In der Schweiz benötigt man einen Sportbootführerschein, um Boote über 15 PS zu fahren.
Und wer mit Motorbooten und Segelbooten unterwegs sein möchte, kommt an einem Thema garantiert nicht vorbei: Seemannsknoten, auch Schifferknoten genannt.
Sie gehören zur Grundausbildung auf See, sind Teil der Knotenkunde in jeder SBF- oder Sportbootführerschein-Prüfung und entscheiden in vielen Situationen über Sicherheit auf Schiffen beziehungsweise an Bord.
Die wichtigsten Seemannsknoten sollten deshalb sicher, schnell und ohne Nachdenken geknüpft und geöffnet werden können.
Ob beim Festmachen, beim Anlegen, beim Verbinden zweier Leinen, beim Sichern eines Fenders oder beim Belegen einer Klampe – der richtige Knoten spart Zeit, hält auch bei Nässe, Wind und Belastung und lässt sich dennoch wieder lösen.
Dabei gibt es spezielle Knoten, die für die Prüfung zum Sportbootführerschein abgefragt werden.
In diesem Beitrag bekommst du eine leicht verständliche Übersicht, viele Tipps, Hinweise zur Verwendung, ihrer Bedeutung, Eigenschaften und eine Anleitung, wie du die wichtigsten Segelknoten lernst und übst.

1. Kreuzknoten
Wofür der Kreuzknoten genutzt wird
Der Kreuzknoten verbindet zwei gleich dicke Leinen miteinander.
In der Praxis zum Beispiel:
- Zwei Tampen zu einer längeren Leine verbinden
- Ein Paket oder Segel „zusammenbinden“
- Provisorische Befestigungen, wenn keine grossen Lasten draufkommen
In der Prüfung möchte der Fahrlehrer sehen, dass du ihn schnell, symmetrisch und richtig gelegt zeigen kannst – ohne den häufigen Fehler, aus Versehen einen Diebstahlknoten zu machen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Leine in jede Hand nehmen
- Rechte Hand: Ende A
- Linke Hand: Ende B
- Erster Überwurf – «rechts über links»
- Lege Ende A über Ende B
- Führe Ende A unter Ende B hindurch
- Jetzt liegen die Enden gekreuzt – das ist der erste halbe Knoten.
- Zweiter Überwurf – «links über rechts»
- Jetzt nimmst du wieder die beiden Enden in die Hände.
- Dieses Mal legst du Ende A unter Ende B hindurch, also genau andersherum als eben.
- Wieder festziehen.
- Knoten festziehen und kontrollieren
- Ziehe an beiden stehenden Parten (den langen Teilen der Leine).
- Der Kreuzknoten sieht wie zwei gegeneinander verschränkte Bögen aus – symmetrisch, nicht verkantet.

Typische Fehler
- Diebstahlknoten: zweimal «rechts über links» oder zweimal «links über rechts». Der Knoten wirkt verdreht und löst sich leicht.
- Unterschiedliche Leinenstärken: Dafür ist der Kreuzknoten nicht geeignet – er kann sich dann lösen.
- Nicht richtig festgezogen: In der Prüfung möchte der Prüfer einen klar erkennbaren, festgezogenen Knoten sehen.
2. Schotstek
Wofür der Schotstek genutzt wird
Der Schotstek verbindet zwei Leinen unterschiedlicher Stärke sicher miteinander.
Typisch:
- Dünne Hilfsleine an eine dickere Festmacherleine
- Vorübergehende Verlängerung einer Leine
- Verbindung, die trotzdem wieder gut zu lösen sein soll
In der Prüfung ist wichtig, dass du ihn richtig herum legst – die dickere Leine bildet die Bucht, die dünnere wird darum gelegt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Bucht legen mit der dickeren Leine
- Aus der stärkeren Leine machst du eine Schlaufe (Bucht), die wie ein «U» vor dir liegt.
- Die stehende Part der dicken Leine bleibt in Ruhe.
- Dünnere Leine durch die Bucht führen
- Nimm das Ende der dünneren Leine.
- Führe es von unten durch die Schlaufe der dickeren Leine.
- Einmal um die Bucht herum
- Lege das dünne Ende um beide Teile der dicken Leine herum.
- Es läuft also aussen um die Bucht herum.
- Ende zurückführen
- Führe das Ende der dünnen Leine wieder zurück in die Schlaufe, diesmal von oben nach unten.
- Festziehen und kontrollieren
- Ziehe zuerst am kurzen Ende der dünnen Leine, dann an beiden stehenden Parten.
- Die dünne Leine liegt jetzt wie ein einfacher Knoten um die Bucht der dicken Leine.

Typische Fehler
- Bucht mit der dünnen Leine gemacht – dann ist es kein korrekter Schotstek.
- Ende der dünnen Leine nur um eine Part gelegt, nicht um beide Teile der Bucht.
- Zu locker gezogen – Knoten ist unklar und nicht prüfungstauglich.
3. Mastwurf (Webleinstek / Webeleinstek)
Der Mastwurf (Webeleinstek) ermöglicht ein schnelles Befestigen an einem Pfahl oder Ring, ist jedoch nicht für starke Lasten empfohlen.
Im Prüfungsumfeld wird häufig der Mastwurf mit oder ohne zusätzlichen halben Schlag gezeigt.
Wofür der Mastwurf genutzt wird
- Befestigung von Fendern
- Leine an einem Poller oder einer Stange befestigen
- Temporäre Befestigungen, die Last aufnehmen, aber noch lösbar sein sollen
Mastwurf direkt am Gegenstand («gelegt»)
- Ersten Umgang um die Stange legen
- Führe das Leinenende einmal um die Stange herum.
- Das Ende kreuzt die stehende Part.
- Zweiten Umgang legen
- Lege einen zweiten Umgang um die Stange, oberhalb des ersten.
- Ende unter der eigenen Part durchführen
- Führe das Ende unter der Part der Leine durch, sodass eine Art „X“ entsteht.
- Festziehen
- Anziehen, bis der Knoten sauber anliegt.

Typische Fehler
- Nur ein halber Schlag – das ist kein Mastwurf.
- Schlaufen falsch überkreuzt: Knoten hält schlecht und erkennt man schwer als Mastwurf.
- Zu viel Spiel: In der Prüfung wirkt der Knoten dann «unsicher».
4. Zwei halbe Schläge
Wofür die zwei halben Schläge genutzt werden
Die zwei halben Schläge sind ein ganz einfacher Knoten, der oft auf einen Rundtörn folgt, um eine Leine an einem festen Punkt zu sichern – z. B.:
- Festmacherleine um einen Pfahl oder Poller
- Zusätzliche Sicherung eines anderen Knotens
- Leine an einem Ring oder einer Stange befestigen
In der Prüfung wird häufig verlangt: «Zeigen Sie zwei halbe Schläge um eine Stange.»
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Leine um den Gegenstand legen
- Einmal um die Stange, den Poller oder Pfahl herum.
- Jetzt hast du die stehende Part und das freie Ende.
- Erster halber Schlag
- Führe das freie Ende um die stehende Part herum und stecke es von unten durch die entstehende Schlaufe.
- Ziehe leicht fest – das ist der erste halbe Schlag.
- Zweiter halber Schlag
- Wiederhole den Schritt noch einmal direkt hinter dem ersten halben Schlag.
- Freies Ende erneut um die stehende Part und durch die Schlaufe führen.
- Festziehen.
- Kontrolle
- Es sollten zwei identische kleine Knoten um die stehende Part liegen.
- Freies Ende zeigt in etwa parallel zur stehenden Leine.

Typische Fehler
- Nur einen halben Schlag gelegt.
- Schläge zu weit auseinander, sodass es unordentlich aussieht.
- Statt um die stehende Part wird um den Gegenstand geschlagen – dann ist es etwas anderes.
5. Achterknoten
Wofür der Achterknoten genutzt wird
Der Achtknoten wird vor allem beim Segeln verwendet, um das Ausrauschen der Schoten und Fallen zu verhindern.
Er ist damit ein sogenannter Stopperknoten und wird hauptsächlich in den folgenden Situationen verwendet:
- Am Ende einer Schot, damit sie nicht durch Blöcke oder Rollen rutscht
- Am Ende einer Fallenleine
- Überall dort, wo das Ende nicht durch eine Öffnung flutschen soll
In der Prüfung ist wichtig, dass der Achterknoten klar erkennbar ist – wie eine «8».
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Leinenende nehmen
- Etwa 20–30 cm Leinenende reichen.
- Eine Schlaufe legen
- Lege das Leinenende über die stehende Part, sodass eine Schlaufe wie ein «O» entsteht.
- Ende unter der stehenden Part herführen
- Führe das Ende unter der stehenden Part hindurch.
- Durch die Schlaufe nach oben führen
- Zieh das Ende von unten durch die ursprüngliche Schlaufe hindurch.
- Festziehen
- Ziehe zuerst am Ende, dann an der stehenden Part, bis sich eine deutliche «8»-Form ergibt.

Typische Fehler
- Nur ein einfacher Knoten – das ist kein Achterknoten.
- Ende nicht durch die richtige Schlaufe zurückgeführt, sodass kein klares „8“-Muster entsteht.
- Zu wenig Leinenende – der Knoten könnte sich lösen.
6. Roringstek
Wofür der Roringstek genutzt wird
Der Roringstek dient dazu, eine Leine sicher an einem Ring zu befestigen, wobei die Leine in Zugrichtung ordentlich läuft.
Typisch:
- Festmachen an Ringen am Steg
- Sicheres Befestigen, wenn die Leine in einer bestimmten Richtung gezogen wird
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Leine durch den Ring führen
- Führe das Leinenende durch den Ring von der Zugseite her.
- Rundtörn legen
- Lege die Leine ein zweites Mal durch den Ring, sodass eine Art Rundtörn entsteht.
- Die Leine liegt jetzt zweimal im Ring – das verteilt die Last.
- Ersten halben Schlag an der stehenden Part
- Führe das freie Ende um den stehenden Part herum.
- Stecke es von unten durch die entstehende Schlaufe (wie bei einem halben Schlag).
- Leicht festziehen.
- Zweiten halben Schlag legen
- Noch einmal das Leinenende um den stehenden Part herum und wieder von unten durch die Schlaufe führen.
- Festziehen, sodass beide halben Schläge sauber hintereinander sitzen.
- Kontrolle
- Die Leine läuft sauber durch den Ring und bildet einen Rundtörn im Ring.
- Dahinter sitzen zwei halbe Schläge um den stehenden Part – der Zug geht in die richtige Richtung.

Typische Fehler
- Nur einmal durch den Ring – dann ist der Knoten anfälliger für Rutschen.
- Halbe Schläge nicht um die stehende Part, sondern um den Ring gelegt.
- Knoten so gelegt, dass Zug in die „«falsche Richtung» geht, also gegen die Struktur des Knotens.
7. Palstek
Wofür der Palstek genutzt wird
Der Palstek ist einer der wichtigsten Seemannsknoten überhaupt.
Er bildet eine feste Schlaufe, die sich unter Last nicht zusammenzieht und nachher trotzdem wieder gut lösen lässt.
Verwendung:
- Fender am Relingdraht befestigen
- Leine um einen Pfahl oder Ring mit fester Schlaufe
- Sicherung von Personen oder Gegenständen
- Allgemeiner Allzweckknoten in der Schifffahrt
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Bucht (Schlaufe) in die stehende Leine legen
- Lege in der stehenden Leine eine Schlaufe, die wie ein «P» aussieht.
- Das Leinenende liegt oben auf der Schlaufe oder auf der Seite, auf der du arbeiten willst.
- Ende («Schlange») durch die Schlaufe («See») führen
- Nimm das freie Ende (Schlange).
- Führe es von unten durch die Schlaufe hindurch nach oben.
- Einmal um die stehende Part herum
- Führe das Ende um die stehende Leine herum – möglichst von hinten nach vorne.
- Ende zurück in die Schlaufe führen
- Führe das Ende wieder zurück in die Schlaufe, diesmal von oben nach unten.
- Festziehen
- Ziehe erst am freien Ende und an der Schlaufe, dann an der stehenden Part, bis eine feste, nicht zuziehende Schlaufe entsteht.
- Das Ende sollte deutlich sichtbar sein, nicht zu kurz.

Typische Fehler
- Schlaufe verdreht – Knoten sieht «krumm» aus und ist schlecht erkennbar.
- Ende falsch herum um die Part gelegt – es entsteht ein anderer Knoten.
- Zu kurze Enden – unsicher und nicht prüfungstauglich.
8. Kopfschlag
Wofür der Kopfschlag genutzt wird
Der Kopfschlag ist ein einfacher Schlag, mit dem du das lose Ende einer Leine über einer Klampe oder um einen Poller / eine Stange «parken» kannst.
Allein ist er kein sicherer Festmacher, sondern eher ein Abschluss oder eine kurzfristige Sicherung.
Typisch:
- Ende einer Leine auf der Klampe sichern, nachdem sie korrekt belegt ist
- Temporäre Sicherung, um zu verhindern, dass sich etwas losruckelt
Schritt-für-Schritt-Anleitung (z. B. auf einer Klampe)
- Leine ist bereits belegt
- Angenommen, du hast eine Klampe schon korrekt mit einer Acht belegt.
- Nun möchtest du das freie Ende sichern.
- Ende über einen Klampenarm legen
- Führe das freie Ende über einen Arm der Klampe, sodass es eine Schlaufe bildet.
- Ende unter sich selbst klemmen
- Führe das Ende unter dem Teil der Leine hindurch, der gerade über der Klampe liegt.
- Beim Anziehen klemmt sich die Leine so leicht selbst fest.
- Festziehen
- Nachziehen, sodass das Ende nicht lose herumhängt.

Typische Fehler
- Kopfschlag als einzigen „Festmacher“ genutzt – hält unter Zug schlecht.
- Zu locker gelegt, sodass sich das Ende wieder lösen kann.
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Allgemeiner Tipp zur Prüfungsvorbereitung
Um sich optimal auf die Knotenkunde und die Prüfung vorzubereiten, ist es wichtig, sich auf das Üben der grundlegenden Seemannsknoten zu konzentrieren.
Nimm dir ein Stück Tauwerk oder eine alte Leine mit einer Länge von etwa 1,5 bis 2 Metern, um die Knoten immer wieder zu üben.
Dein Ziel ist es, jeden Knoten sicher und ohne nachzudenken zu legen.
Übe jeden Knoten einzeln, damit du die Verwendung, die Eigenschaften und den Zug des Knotens wirklich verstehst.
Beginne dabei ruhig und steigere die Schwierigkeit, indem du zum Beispiel auch mal mit geschlossenen Augen übst.
Wenn du einen Knoten im Seil wie den Schotstek oder Mastwurf mit leichtem Druck auf den Ring, Poller oder die Klampe übst, gewinnst du ein besseres Gefühl für Belastung und die Verbindung der Leinen.
Für die Prüfung solltest du sicherstellen, dass du auch in stressigen Situationen und bei Wind und Nässe die Knoten schnell und korrekt legen kannst.
Dabei hilft es, sich die Bedeutung und die Namen jedes Knotens gut einzuprägen.
Ein Video als visuelle Hilfe oder eine Lernkarte mit Stichwörtern zu jedem Knoten kann dir dabei sehr nützlich sein.
So hast du alle wichtigen Tipps zur Hand, wenn es darauf ankommt, beispielsweise auf einem Segelboot oder beim Festmachen an einem Poller.
Indem du alle Knoten immer wieder übst, wirst du mit der Einfachheit und den Eigenschaften jedes Knotens vertraut, was dir nicht nur beim Segeln und Schiffen, sondern auch beim Klettern oder beim Anlegen von Motorbooten hilft.
Denke daran: Übung macht den Meister!