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SBF-See-Prüfung: wie viele Fehler sind erlaubt?

Olivier Jehle

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Der Sportbootführerschein See (SBF See) ist der international anerkannte Küsten-Bootsführerschein für das Führen von Motorbooten auf dem Meer.

Und das unabhängig davon, ob du später in Deutschland, Italien, Kroatien, Spanien oder einem anderen Küstenland unterwegs bist.

Gerade für Schweizerinnen und Schweizer, die regelmässig Ferien am Meer machen oder ein Motorboot im Ausland chartern möchten, ist der SBF See der wichtigste und meistverlangte amtliche Nachweis.

Er berechtigt zum Führen von Motorbooten mit mehr als 15 PS, und zwar in nahezu allen Küstenrevieren weltweit.

Viele zukünftige Bootsführer stellen sich vor der Prüfung zum SBF See dieselben Fragen:

Wie schwer ist die Prüfung?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Wie viele Fehler darf man überhaupt machen – besonders in der Navigation?

Und was passiert, wenn man durchfällt?

Hier findest du alle wichtigen Informationen, zahlreiche Tipps und Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die theoretische und praktische Prüfung des SBF-See.

Titelbild zum Thema SBF See Prüfung: wie viele Fehler sind erlaubt?

1. Was ist der SBF See? – Kurz erklärt

Der Sportbootführerschein See (auch SBF See, Sportbootführerschein See, Bootsführerschein See oder umgangssprachlich Küstenschein) ist der amtliche Führerschein für das Führen von Sportbooten auf dem Meer.

Er wird international anerkannt und ist in vielen Ländern Voraussetzung, um ein Motorboot zu mieten oder zu führen.

Mit dem SBF See darfst du Sportboote mit mehr als 15 PS auf allen küstennahen Meeresgewässern steuern.

Dazu zählen unter anderem:

  • Mittelmeer (z. B. Kroatien, Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland)
  • Atlantik- und Kanaren-Reviere
  • Adria
  • Ostsee und Nordsee
  • Internationale Küstenregionen weltweit, in denen ein amtlicher Küstenführerschein verlangt wird

2. Voraussetzungen & Prüfungszulassung

Damit du dich zur SBF-See-Prüfung anmelden kannst, müssen nur wenige Bedingungen erfüllt sein.

Die Anforderungen sind bewusst niedrig gehalten, sodass auch Einsteiger ohne Vorkenntnisse problemlos starten können.

Mindestalter: 16 Jahre

Für das Führen eines Motorbootes mit Antriebsmaschine über 15 PS ist ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben.

Die Ausbildung darf bereits vorher beginnen, die Prüfung jedoch erst ab dem 16. Geburtstag abgelegt werden.

Ärztliches Attest

Für die Prüfungszulassung ist ein kurzer medizinischer Check notwendig.

Dieser bestätigt:

  • ein ausreichendes Sehvermögen
  • gutes Hörvermögen
  • allgemeine körperliche Tauglichkeit

Das Attest kann in der Regel von Hausärzten oder speziellen Prüfärzten schnell und unkompliziert ausgestellt werden.

Passfoto & Ausweis

Für die Ausstellung des amtlichen Führerscheins benötigst du ein biometrisches Passfoto sowie einen gültigen Identitätsnachweis (ID oder Pass).

Keine Vorkenntnisse nötig

Du brauchst keinen SBF Binnen, keinen Autoführerschein und auch keine Segel- oder Motorboot-Erfahrung.

Alles, was du für Theorie und Praxis wissen musst, wird dir Schritt für Schritt in der Ausbildung vermittelt.

3. Prüfungsablauf: Theorie + Praxis

Die SBF-See-Prüfung besteht aus zwei unabhängigen Teilen:

  • einer theoretischen Prüfung
  • einer praktischen Prüfung auf dem Motorboot

Beide Teile können am selben Tag oder getrennt abgelegt werden.

Bestehst du einen Teil, bleibt dieser dauerhaft gültig, auch wenn du den anderen erst später bestehst.

A) Die theoretische Prüfung (Multiple Choice + Navigation)

Die Theorieprüfung besteht aus zwei Bereichen:

  1. Multiple-Choice-Fragen
  2. Navigationsaufgabe (Kartenaufgabe)

Beide Teile müssen am Prüfungstag erfolgreich abgelegt werden.

1. Multiple Choice Fragen

Der theoretische Fragenkatalog ist offiziell und umfasst:

  • 72 Basisfragen (für alle Sportbootführer)
  • 23 zusätzliche SBF-See-Fragen (spezifisch für Küstengewässer)

In der Prüfung erhältst du einen Fragebogen mit 30 Fragen, die aus dem Gesamtkatalog zufällig ausgewählt werden.

Die Themen reichen unter anderem über:

  • Seemannschaft
  • Wetter & Sicherheit
  • Schilder und Befeuerungen
  • Kollisionsverhütungsregeln (KVR)
  • Fahrregeln in Küstengewässern
  • Schallsignale, Lichterführung, Manöver

Bestehensregel:

  • Mindestens 24 von 30 Fragen müssen richtig beantwortet sein
  • Du darfst also maximal 6 Fehler machen

Dank Multiple-Choice ist die Theorie sehr gut lernbar.

Viele Schüler üben mit Apps, Online-Fragenkatalogen oder Kursunterlagen.

2. Navigationsaufgabe (Kartenaufgabe)

Die Navigationsaufgabe ist der Teil, der oft als «schwierigste Hürde» wahrgenommen wird.

Mit etwas Übung ist dieser aber einwandfrei zu meistern.

Du arbeitest dabei mit einer echten Seekarte und einem Kursdreieck.

Die Aufgaben können unter anderem enthalten:

  • Kurslinie bestimmen
  • Kompensieren von Ablenkung und Variation (Unterschiede zwischen magnetischem und rechtweisendem Kurs)
  • Stromversatz berechnen
  • Peilungen auswerten und Position bestimmen
  • Entfernung & Zeit berechnen
  • Wegpunkte sicher planen

Wie viele Fehler sind erlaubt?

Die Navigationsaufgabe wird streng, aber fair bewertet.

  • 0 kritische Fehler
  • Bis zu ca. 5 Nebenfehler
    (z. B. kleine Ungenauigkeiten bei der Zeichnung oder Rechenfehler im Sekundenbereich)

Was ist ein kritischer Fehler?

Kritische Fehler gefährden die Navigation und führen automatisch zum Nichtbestehen.

Beispiele:

  • ein falsch eingezeichneter Kurs, der zu einem falschen Ziel führt
  • Peilung auf falsche Tonnen/Leuchtfeuer
  • grob falsche Navigationswerte
  • sicherheitsrelevante Fehler (z. B. falsche Interpretation einer Gefahrentonne)

Mit einer guten Vorbereitung bestehen jedoch die meisten Teilnehmenden die Navigationsaufgabe ohne Probleme.

B) Die praktische Prüfung

Die praktische Prüfung findet auf einem Motorboot statt.

Ziel ist Sicherheit und Kontrolle.

Die Prüfer achten darauf, ob du ein Boot verstehst und verantwortungsvoll führst, nicht darauf, ob jeder Handgriff millimetergenau sitzt.

Typische Pflichtmanöver:

  • Wenden auf engem Raum
  • Anlegen und Ablegen (Bug- oder Heckfender nutzen, Leinen richtig führen)
  • Mann-über-Bord-Manöver (Rundtörn mit zwei Halben) – das wichtigste Sicherheitsmanöver
  • Knotenkunde: z. B. Palstek, Webeleinenstek, Schotstek, Rundtörn mit zwei Halben
  • Führen des Bootes in der Geradeausfahrt
  • Kommandos geben und Crew einweisen

Du musst zeigen, dass du das Boot sicher handhaben kannst und weisst, was du tust.

Wie werden Fehler bewertet?

Kleine Unsicherheiten sind erlaubt.

Dazu zählen etwas zögerliches Gasgeben oder leichte Korrekturen am Ruder.

Das Manöver muss kontrolliert und sicher ablaufen

Die Prüfer sehen sofort, ob du das Boot unter Kontrolle hast.

Ein gravierender Fehler hingegen kann zum Nichtbestehen führen, z. B.:

  • Gefährdung von Personen
  • unkontrolliertes Manöver
  • grobe Fehlbedienung
  • Anfahren von Steg oder Prüfungsboot mit erheblichem Risiko

Nach bestandener Praxis erhältst du sofort eine Bestätigung und kannst anschliessend den theoretischen Teil ablegen oder bist bei bestandener Theorie komplett fertig.

4. Wie viele Fehler darf man insgesamt beim SBF See machen?

PrüfungsteilErlaubte Fehler
Multiple-Choice (Theorie)Max. 6 Fehler
Navigationsaufgabe0 kritische Fehler, ca. 5 Nebenfehler
PraxisKleinere Fehler ok, keine sicherheitsrelevanten Fehler

5. Wie schwer ist der SBF See?

Viele Interessenten fragen sich, wie anspruchsvoll der Sportbootführerschein See tatsächlich ist.

Die gute Nachricht vorweg: Mit einer seriösen Vorbereitung ist der SBF See für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr gut machbar – auch ohne nautische Vorkenntnisse.

Die Prüfung verlangt kein Spezialwissen, sondern ein grundlegendes Verständnis für Navigation, Seemannschaft, Verkehrsregeln auf See und den sicheren Umgang mit einem Motorboot.

Die Theorie gilt häufig als der anspruchsvollere Bereich, insbesondere die Navigationsaufgabe.

Kursberechnungen, Peilungen, Variation, Ablenkung und Stromversatz wirken anfangs komplex, folgen jedoch festen Regeln und wiederkehrenden Mustern.

Sobald man das Grundprinzip verstanden hat, lassen sich diese Aufgaben zuverlässig lösen.

In der Praxis zeigt sich, dass sich die meisten Lernenden bereits nach zwei bis drei intensiven Lernabenden sicher orientieren können.

Die Navigation ist also weniger eine Frage der Begabung, sondern vielmehr der Übung und einer klaren, verständlichen Anleitung.

Der Multiple-Choice-Teil der Theorie ist gut planbar und gilt als der berechenbare Abschnitt der gesamten Prüfung.

Alle Fragen stammen aus einem festen, offiziellen Fragenkatalog, der öffentlich einsehbar ist.

Es gibt keine Überraschungsfragen.

Wer den Fragenkatalog systematisch durcharbeitet – sei es über eine Lern-App, Online-Tools oder die Unterlagen aus der Ausbildung –, kann diesen Teil ohne Probleme bestehen.

Gerade weil sich die Fragen im Wortlaut wiederholen, gewinnen viele Prüflinge schnell Routine.

Die praktische Prüfung ist in der Regel fair, nachvollziehbar und vergleichsweise leicht.

Es geht nicht darum, perfekte oder besonders elegante Manöver zu fahren, sondern darum, das Boot sicher zu kontrollieren und grundlegende Abläufe zu beherrschen.

Dazu gehören Manöver wie Wenden auf engem Raum, das Mann-über-Bord-Manöver, An- und Ablegen sowie die wichtigsten Knoten.

Mit ein bis zwei Übungsfahrten und einer guten Anleitung sind diese Elemente zuverlässig erlernbar.

Die Prüfer legen Wert auf Ruhe, Übersicht und Sicherheit.

Insgesamt lässt sich demnach festhalten:

Der SBF See ist ein Führerschein mit mittlerem Anspruch.

Die Theorie, insbesondere die Navigation, erfordert strukturiertes Lernen, während die Praxis mit überschaubarem Aufwand gut zu bewältigen ist.

Wer sich seriös vorbereitet, besteht den SBF See in der Regel sicher und ohne Probleme.

6. Kann man die SBF-See-Prüfung wiederholen?

Die SBF-See-Prüfung ist so aufgebaut, dass sie für Kandidatinnen und Kandidaten möglichst fair bleibt.

Sollte ein Teil – theoretische oder praktische Prüfung – nicht bestanden werden, ist eine Wiederholungsprüfung jederzeit möglich.

Es gibt keine Wartezeiten, Sperrfristen oder Einschränkungen.

Die Anmeldung zur Prüfung kann einfach erneut erfolgen, und der Prüfungsablauf bleibt identisch.

Ein wesentlicher Vorteil für alle Kundinnen und Kunden ist, dass bestandene Teilprüfungen angerechnet werden.

Wer also beispielsweise die praktische Prüfung erfolgreich absolviert, aber in der theoretischen Prüfung scheitert, muss beim nächsten Prüfungstag ausschliesslich die Theorie wiederholen.

Das Gleiche gilt umgekehrt: Bestehst du die Multiple-Choice-Prüfung und die Navigations-Teilaufgabe, hast aber beim Wenden auf engem Raum oder beim Rundtörn mit zwei Halben einen sicherheitsrelevanten Fehler gemacht, wiederholst du nur den Praxisteil.

Damit bleibt die Prüfungszulassung erhalten, und der Weg zum Sportbootführerschein See wird nicht unnötig kompliziert.

Auch wer keinerlei Vorkenntnisse oder nur wenig Erfahrung mit Motorbooten, Segelbooten oder Sportbooten besitzt, kann sich Schritt für Schritt verbessern.

Viele Schulen empfehlen, im Falle eines Misserfolgs besonders die Navigation (Kurs, Peilung, Variation, Ablenkung, Kollisionsverhütungsregeln) und die Multiple-Choice-Basisfragen mithilfe eines Multiple-Choice-Fragenkatalogs, einer Mobile App oder strukturierter Unterlagen nochmals durchzugehen.

Die Wiederholungsprüfung ist daher ein normaler Bestandteil des Systems.

7. Fazit: Wie viele Fehler darf man beim SBF-See haben?

In der theoretischen Prüfung gibt es einen Multiple-Choice-Teil und die Navigationsaufgabe.

Im Multiple-Choice-Teil werden 30 Fragen aus dem offiziellen Multiple-Choice-Fragenkatalog gestellt, bestehend aus Basisfragen und spezifischen See-Fragen.

Um zu bestehen, müssen mindestens 24 der 30 Fragen richtig beantwortet sein.

Das bedeutet, es sind maximal sechs Fehler erlaubt.

Da alle Antworten per Ankreuzen erfolgen, ist die Theorieprüfung gut planbar, und die Fragen decken alle relevanten Themen ab.

Die Navigationsaufgabe – häufig als anspruchsvollster Teil empfunden – erlaubt keine kritischen Fehler.

Kritisch wäre beispielsweise ein völlig falscher Kurs, eine falsche Peilung oder eine sicherheitsrelevante Fehlinterpretation.

Kleinere Abweichungen, etwa leicht ungenaue Linien oder kleine Rechenfehler, werden als Nebenfehler gewertet; in der Regel sind etwa fünf Nebenfehler tolerierbar.

Die Navigations-Teilaufgabe behandelt zentrale Themen wie Kursbestimmung, Variation, Ablenkung, Stromversatz, Wegpunktplanung und das Lesen der Seekarte.

Sie bildet die Basis der späteren Navigation auf See – im Geltungsbereich internationaler Küstengewässer und unabhängig davon, ob man in der 3-Seemeilen-Zone oder weiter draussen unterwegs ist.

Die praktische Prüfung ist weniger fehlerorientiert als sicherheitsorientiert.

Kleine Unsicherheiten beim Anlegen, leichte Kurskorrekturen oder geringfügige Verzögerungen sind erlaubt.

Entscheidend ist, dass das Boot jederzeit kontrolliert geführt wird.

Manöver wie das Wenden auf engem Raum, das Mann-über-Bord-Manöver mit dem Rundtörn und zwei Halben oder der Umgang mit den wichtigsten Knoten müssen sicher beherrscht werden.

Gefährliche Fehler, etwa das unkontrollierte Anfahren eines Stegs oder das Gefährden von Personen, führen zum Nichtbestehen, doch diese Situationen sind bei einer guten Praxisausbildung selten.

Insgesamt ist die Prüfung gut zu bewältigen, wenn man strukturiert lernt und eine solide Ausbildung absolviert.

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